3.3 Stadt Wien

Als erste Verwaltungseinheit in Österreich bekannte sich die Stadt Wien – die zugleich auch als Bundesland gilt – zu den Grundsätzen von Open Government und Open Data. Im Regierungsübereinkommen zwischen der SPÖ und den Grünen vom 15. November 2010 wurde beschlossen: „Nach internationalen Vorbildern zur Modernisierung der Stadtverwaltung, wird ein Symposium veranstaltet und in weiterer Folge von einer ExpertInnen-Gruppe ein Konzept erstellt, das die Möglichkeiten und etwaige Risiken von ‚Open Data‘ und ‚Open Government‘ – also der freie Zugang zu bestimmten öffentlichen (nicht personenbezogenen) Daten in für Menschen und Maschinen lesbarer Form - für Wien erörtert.SPÖ-Grüne 2010: 65.

Bereits am 3. Dezember 2010 fand in der Wiener Planungswerkstatt das Gov2.0Camp 2010 Vienna statt. Dabei wurde mit etwa 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vgl. barcamp 2 2010 in mehreren Sessions über Grundsätze, Vor- und Nachteile sowie wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte von Open (Government) Data referiert und diskutiert vgl. barcamp 1 2010. Am darauffolgenden Tag ging im Wiener Museumsquartier der erste Open Data Hackaton Vienna von statten bei dem es darum ging, Anwendungen aus öffentlich verfügbaren Daten zu erstellen vgl. Thurner 2010.

Unter Führung des CIO (Chief Information Officer) der Stadt Wien, Johann Mittheisz, wurde ein magistrats-internes Kompetenzteam gegründet, das die weiteren Schritte vorbereitete. Dazu zählten: die Information über das Datenportal, die Bereitstellung der Daten, die Kommunikation mit Zielgruppe und Community, sowie die Adaptierung interner Prozesse. Dabei wurde entschieden, das Datenportal mit dem Datenkatalog auf dem hauseigenen wien.at-CMS und nicht etwa mit CKAN (s. Technische Voraussetzungen) umzusetzen vgl. Wien 3.

Am 17. Mai 2011 startete die Stadt Wien mit data.wien.gv.at das erste Open-Government-Data-Portal Österreichs, zunächst mit 30 Datensätzen vgl. Wien 4. Einer Dieser Datensätze – die Standorte der öffentlichen WC-Anlagen – bildet die Grundlage der ersten Anwendung, die noch am selben Tag veröffentlicht wurde, die Toilet Map Vienna von Robert Harm vgl. Wien 5. Zur Kommunikation mit der Community setzt man neben dem Portal auch auf ein Forum, einen Twitter-Account (@ogdwien) und regelmäßige Veranstaltungen, die OGD-Plattformen. Dort werden jeweils neue Datensätze vorgestellt und über sonstige Veränderungen berichtet vgl. Wien 6. In mittlerweile sieben Phasen wurde der Datenkatalog erweitert sowie laufend adaptiert. Mit Ende September stehen auf den Wiener Datenportal insgesamt 155 Datensätze zur Verfügung.

Zusätzlich zu dem Datenkatalog, der in 14 Kategorien unterteilt ist, bietet die Stadt Wien auch detaillierte Informationen zu den verwendeten Formaten und Schnittstellen, ein Changelog und einen Pressespiegel, Hinweise zu den Nutzungsbedingungen mit Ergänzungen zur Lizenz, Informationen zu relevanten Veranstaltungen, sowie eine Übersicht der bisher realisierten Anwendungen auf data.wien.gv.at an. Mit Stand vom 30. September 2012 wurden auf Basis der Wiener Daten 42 Anwendungen umgesetzt. Einige davon werden im Kapitel Anwendungen beschrieben.

Die Stadt Wien gibt externen Anbietern die Möglichkeit, ihre Daten über den Wiener OGD-Katalog und den wien.at-Stadtplan zu veröffentlichen. Dazu muss von Seiten dieser ein Datenmonitoring durchgeführt werden (s. Open Government Vorgehens-Modell). Dieses Angebot ist kostenpflichtig [vgl. Wien 7].

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