2.1.3 Open Government Data

Die Definition von von Lucke, die im deutschsprachigen Raum am häufigsten zitiert wird, lautet: „Offene Verwaltungsdaten sind jene Datenbestände des öffentlichen Sektors, die von Staat und Verwaltung im Interesse der Allgemeinheit ohne jedwede Einschränkung zur freien Nutzung, zur Weiterverbreitung und zur freien Weiterverwendung frei zugänglich gemacht werden.von Lucke 2010/12: 6.

Die bei von Lucke genannte Öffnung „ohne jedwede Einschränkung“ widerspricht jedoch dem traditionellen europäischen Verständnis vom Schutz personenbezogener Daten. Um Bedenken dieser Hinsicht von vornherein zu zerstreuen, sprechen die österreichischen Definitionen immer explizit von „nicht personenbezogenen“ Datensätzen. Im Regierungsübereinkommen der Wiener Stadtregierung spricht man vom freien „[…] Zugang zu bestimmten öffentlichen (nicht personenbezogenen) Daten in für Menschen und Maschinen lesbarer Form […]SPÖ-Grüne 2010.

Neben diesen kurzen Charakteristika gab es auch immer die Bestrebungen Open Government Data möglichst umfangreich zu beschreiben. Daraus entwickelten sich die OGD-Prinzipien. Ihren Ursprung haben diese Prinzipien in den Ergebnissen der Open Government Data Working Group von 2007. Damals stellte man in Sebastopol (Kalifornien) eine Liste von acht Punkten zusammen, die 8 Principles of Open Government Data OGDWG 1 2007:

  1. Data Must Be Complete
  2. Data Must Be Primary
  3. Data Must Be Timely
  4. Data Must Be Accessible
  5. Data Must Be Machine processable
  6. Access Must Be Non-Discriminatory
  7. Data Formats Must Be Non-Proprietary
  8. Data Must Be License-free
  9. Im Jahr 2010 wurden diese Vorschläge unter Leitung der Sunlight Foundation darüber hinausgehend adaptiert und um zwei weitere Punkte ergänzt Sunlight 2010:
  10. Permanence
  11. Usage Costs

Diese zehn Punkte sind mittlerweile weltweit Vorbild, wenn es darum geht Open Government Data zu beschreiben. So findet sich etwa auch bei von Lucke vgl. 2010/12: 4f ein entsprechendes Kapitel. Im Zuge der Vorbereitung auf die OGD-Initiative der Stadt Wien wurde das Zentrum für Verwaltungsforschung (KDZ) von der Magistratsdirektion der Gemeinde Wien beauftragt, eine entsprechende Strategie auszuarbeiten vgl. Krabina 2011. Im daraus entstandenen Dokument Open Government Vorgehensmodell Krabina 2011 findet sich eine bereits an die österreichischen Verhältnisse angepasste Version der 10 Prinzipien. Augenscheinlich daran ist, das hier die beiden letzten Punkte in „Dokumentation“ und „Datenschutz“ abgeändert wurden. Darüber hinaus finden sich noch weitere Definitionen mit wesentlich mehr Punkten, so etwa bei Tauberer 2012 mit 17 Kriterien oder der Sunlight Fondation mit 33 Empfehlungen Sunlight 2012.

Jene Definition, die von Seiten der österreichischen Verwaltung aktuell verwendet wird, stammt von der Projektgruppe Cooperation Open Government Data Österreich und ist im Dokument Rahmenbedingungen für Open Government Data Plattformen in der Version 1.1.0 vom 30.07.2012 wie folgt definiert COGDÖ 1 2012: 6ff:

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