2.1.3.1 Vollständigkeit

Von der Verwaltung veröffentlichte Datensätze sind so vollständig wie möglich, sie bilden den ganzen Umfang dessen ab, was zu einem bestimmten Thema dokumentiert ist. Metadaten, die die Rohdaten beschreiben und erklären, werden zusammen mit Formeln und Erklärungen zur Berechnung der Daten ebenfalls mitgeliefert. Dies wird den Benutzerinnen und Benutzern erlauben, die Ausrichtung der verfügbaren Information zu verstehen und jedes Datenelement mit dem größtmöglichen Detailreichtum zu untersuchen. Vor Veröffentlichung sind Datenschutz-, Sicherheits- oder Zugangsbeschränkungen zu prüfen. Personenbezogene Daten sind von der Veröffentlichung grundsätzlich ausgenommen.COGDÖ 1 2012: 6.

Das Ausgangsdokument der Sunlight Foundation nimmt in diesem ersten Punkt jene Rohdaten aus, „except to the extent necessary to comply with federal law regarding the release of personally identifiable information.Sunlight 2010: 1. Damit wird auf den 6. Punkt der Ausnahmen vom Freedom of Information Act der USA hingewiesen. Dort heißt es: „This section does not apply to matters that are […] personnel and medical files and similar files the disclosure of which would constitute a clearly unwarranted invasion of personal privacy;FOIA 1996.

Zum Schutz persönlicher Daten empfiehlt das KDZ: „Sofern die Gefahr besteht, dass durch die veröffentlichten Informationen Rückschlüsse auf Individuen gezogen werden könnten, ist vor der Veröffentlichung das OGD-Steuerungsgremium zu informieren, das über die Freigabe entscheidet.Krabina 2011: 21. Der Freedom of Information Act der USA beschränkt sich bei schützenswerten persönlichen Informationen hingegen lediglich auf Personal- und Gesundheitsakten. Diese unterschiedliche Gewichtung spiegelt wohl die unterschiedlichen Datenschutzkulturen wieder.

Das Grundrecht auf Datenschutz ist in Österreich im Datenschutzgesetz aus dem Jahr 2000 geregelt. Darin heißt es: „Jedermann hat, […] Anspruch auf Geheimhaltung der ihn betreffenden personenbezogenen Daten, soweit ein schutzwürdiges Interesse daran besteht. Das Bestehen eines solchen Interesses ist ausgeschlossen, wenn Daten infolge ihrer allgemeinen Verfügbarkeit oder wegen ihrer mangelnden Rückführbarkeit auf den Betroffenen einem Geheimhaltungsanspruch nicht zugänglich sind.DSG 2000 §1 Abs1.

In seinem Vortrag bei der OGD-Konferenz 2012 im Linz zum Thema Medientransparenzgesetz sprach Florian Philapitsch am 26. Juni 2012 davon, dass die Kommunikationsbehörde Austria (KommAustria) mit 15. Dezember 2012 Daten als OGD freigeben wird. Dabei handelt es sich um die verpflichtende Angabe von Medienkooperationen und -förderungen von 5.146 Rechtsträgern an etwa 500 Medien in Österreich. Dabei steht allerdings der Grundsatz nicht personenbezogener Daten im Weg. Denn diese Rechtsträger, etwa politische Parteien und Gebietskörperschaften sind Juristische Personen. Eine solche Vorgangsweise widerspricht jedoch nicht dem Datenschutz, da sie gesetzlich angeordnet ist. Somit wird es ab Dezember auch personenbezogene Daten auf data.gv.at geben.

Verwendete Literatur

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