7.2 Gesellschaftliche und politische Aspekte

Über die kartographischen Aspekte hinaus stellt sich die Frage, wie es mit OGD in Österreich weitergeht. Österreich ist im Bereich von E-Government weltweit an vorderer Stelle, einzelne österreichische Kommunen im Bereich von OGD ebenfalls. Die föderale Struktur Österreichs ist – wie sich bei der Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie zeigte – nicht immer ein Vorteil, wenn es darum geht, einheitliche Standards rasch umzusetzen. Die Zukunft wird zeigen, ob der derzeitige Bottom-Up-Ansatz in Österreich eher zum Ziel führt, oder ob es eines Top-Down-Ansatzes seitens der EU bedarf, um die offene Weitergabe von Daten aller Verwaltungen sicherzustellen.

Transparentes Handeln in der Politik kann nur sichergestellt werden, wenn Transparenz auf allen Ebenen herrscht. Das umfasst auch die Herausgabe von Daten, die zu politischen Entscheidungen führen. Das alleinige Freischalten von Daten kann das Vertrauen in die Politik allerdings nicht verbessern.

Für das Gelingen von OGD-Initiativen sind aufgrund der gemachten Erfahrungen zwei Punkte entscheidend: ein klares politisches Bekenntnis der verantwortlichen Stellen und ein offener und ehrlicher Dialog mit den Anwendern. Dort wo diese beiden Faktoren zutreffen, zeigt sich schon jetzt, dass alle Seiten profitieren.

Mit Open Government Data wurde ein Prozess in Gang gesetzt, dessen Zielgruppe nicht primär aus Kartographinnen und Kartographen besteht. Dennoch können diese in großem Ausmaß davon profitieren. In absehbarer Zeit wird die Verfügbarkeit der Daten kein Problem mehr darstellen. Es ist zu hoffen, dass die dadurch frei werdenden Ressourcen in die Qualität der Darstellung fließen.

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